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Informationssuche im Internet – man kann es fast nicht mehr hören – aber wir tun es – jeden Tag – auch nach gesundheitsbezogenen Informationen. Fast jeder informiert sich mindestens einmal pro Woche zu Informationen rund um die Gesundheit. Tut man es nicht aktiv, dann wird man informiert. Die Swisscom hat vor einigen Tagen die Studie „Gesundheit im Social Media Zeitalter“ herausgegeben. In dieser Studie wurde untersucht, wo und wie nach gesundheitsbezogenen Informationen gesucht wird.

Hier kurz ein paar Informationen dazu.

Wie fängt man an. Die meisten kennen Google, die Suchmaschine Nummer 1. Es ist keine Überraschung, dass auch im Fall Gesundheitsinformationen Google in 82,4%als Einstiegsseite genutzt wird.

Gesundheitsportale rangieren mit 58,3% auf Platz 2. Aus meiner Sicht interessant ist, dass Wikipedia von fast 50% der Studienteilnehmer als Informationsquelle genutzt wird. Weiterhin werden Diskussionsforen, soziale Netzwerke genutzt.

Mit 91 % ist die große Mehrheit derer, die bereits einmal gesundheitsbezogene Informationen im Internet gesucht haben, sehr (18 %) oder eher (73 %) zufrieden mit den Informationen, die sie in der von ihnen gewählten Quelle zum Thema Gesundheit recherchiert haben. «Eher nicht zufrieden» sind insgesamt rund 9 % der Befragten. Eher kritisch sind dabei vor allem die jungen Befragten (16–30) mit 14 % sowie speziell die jungen Nutzer von Sozialen Medien mit 16 %.

Auf die persönliche Empfehlung wird dabei immer noch sehr großen Wert gelegt. An zweiter Stelle  wird sich beim Arzt oder Apotheker informiert und auch die Homepage wird bei der Arztrecherche berücksichtigt. Aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar. Aber es überrascht immer wieder, wie viel Ärzte keine Internetpräsenz haben.

Gründe gibt es Einige. So können sie keinen Bedarf haben, keinen Bedarf sehen, noch nie wirklich darüber nachgedacht haben oder aber gerade im Aufbau sein. Aber gerade letzteres sollte Anlass sein, sich, sein Team und das Leistungsspektrum  im Internet so gut wie möglich zu präsentieren.

Lt. der veröffentlichten Studie wird besonders häufig vor und nach dem Arztbesuch im Internet recherchiert. Das Ergebnis ist dann ein informierter Patient, der häufig schon ein Manual mitbringt und dem Arzt dezidiert vorbetet, welcher Krankheit lt. Internet die Krankheitsursache ist und wie man diese seiner Meinung nach zu behandeln hat. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Patienten besser informiert sind, als der Mediziner ad hoc. So haben 84 % der Befragten angegeben,  vor oder nach einem Arztbesuch derartige Informationen bereits einmal recherchiert zu haben.

Bei dieser Frage zeigen sich interessante Gruppenunterschiede: So informieren sich Männer mit 37 % und junge Befragte (16–30) mit 38 % meistens vor dem Arztbesuch, Frauen mit 20 % und ältere Befragte (50+) mit 29 % vermehrt nach dem Arztbesuch. Die Befragten, die Soziale Medien nutzen, informieren sich oft vor und nach einem Arztbesuch über gesundheitsbezogene Themen. Dies erfordert ein radikales Umdenken. Trotzdem sollte sich kein Arzt ins Bockshorn jagen lassen.  Gründe sind eben, wie bereits angeführt, die Qualität der Informationen.

Auch das Thema personenbezogene Gesundheitsinformationen wurde abgefragt. Ziel dieser elektronischen patientenakten ist es, alle Informationen zu sammeln und bei sich oder auf besonderen Servern bzw. Netzwerken abspeichern zu assen. Die Person selbst und bei Bedarf der Arzt, kann dann von zuhause oder aus der Arztpraxis heraus auf die gesammelten Informationen zugreifen.

Umso mehr Informationen ein Mediziner hat, umso eher kann eine Diagnose gestellt werden. Auch wird verhindert, dass es doppelte Untersuchungen gibt. Dies führt zum einen zur Entlastung des Patienten zum anderen spart es Kosten, da jede Untersuchung mit Kosten verbunden ist. Mehr als die Hälfte der Befragten (66 %) geben an, dass sie ihre persönlichen Gesundheitsdaten gerne zu einer neuen medizinischen Ansprechperson mitnehmen würden. Frauen und ältere Nutzer (50+) scheinen diese Option als besonders interessant einzustufen.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass das Internet über alle Nutzergruppen hinweg ein sehr wichtiges Informationsmedium im Gesundheitsbereich ist. Ebenso zeigen sich das Bedürfnis und die Akzeptanz der Konsumenten, die eigenen Gesundheitsdaten über das Internet verfügbar zu haben und diese Fachpersonen zur Verfügung zu stellen. Das Verhältnis zum Arzt ist und bleibt nach wie vor ein wichtiger Aspekt für die Konsumenten. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Konsumenten schon heute bereit sind für ein Gesundheitswesen, in dem sich ein Großteil der Interaktionen im Internet abspielt – von der Informationsbeschaffung über die organisatorischen Aspekte wie Termine bis hin zum Austausch von persönlichen Gesundheitsdaten. Dabei nehmen die Gesundheitsdienstleister eine wichtige Rolle ein.

Quellen: