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Verbunden mit dem technologischen Fortschritt und einer immer älter werdenden Bevölkerung kommt es auch zu einer Zunahme von Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Übergewicht und Adipositas.

Die Ursachen und Auswirkungen dieses Wandels betreffen eine Vielzahl von Bereichen der modernen Gesellschaft, so z.B. Wirtschaft, Technologie, Politik und letztlich jeden Einzelnen. Damit sind bereichsübergreifende Lösungen gefragt.

Nanotechnologie, Pflanzenforschung und Hightech-Medizin – drei Begriffe, die sich sehr abstrakt anhören, aber trotzdem konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag haben können.

Nanotechnologie

Nanotechnologie im Alltag? Ja! Fast jeder kennt Sonnencremes, Autopolituren oder Farben mit Nanopartikeln. Auch in der Medizin hat die Nanotechnologie Einzug gehalten. So wird es z.B. bald möglich sein, Tumore mithilfe der Nanotechnologie zu zerstören. Vor einiger Zeit wurde eine Maschine entwickelt, die nur unter einem Elektronen-Mikroskop sichtbar ist. Bei diesem sogenannten Nanokopter ist ein Enzym der organische Motor und es gibt einen anorganischen Nickelpropeller. Und wer weiß, wofür diese Technologien demnächst eingesetzt werden.

Pflanzenforschung

Pflanzenforschung spielt im Zusammenhang mit Über- und Mangelernährung sowie ernährungsbedingten Krankheiten eine große Rolle. Einerseits haben wir es in vielen Schwellenländern immer noch mit Hunger und Mangelernährung zu tun. Dem gegenüber steht die Überernährung und ihre Folgen in den Industrieländern. Widersprüchliche Anforderungen, denen begegnet werden kann, wenn das Wissen aus der Ernährungs- und der Gesundheitsforschung mit einbezogen wird. Die bereits ausgetretenen Wege müssen also verlassen werden. Es müssen neue interdisziplinäre Forschungsansätze erarbeitet und aufeinander abgestimmt werden.

Hightech-Medizin

Mithilfe neuer Technologien wird es möglich sein, Krankheiten früher zu erkennen, ihren Ausbruch zu verhindern und zu heilen. Es gibt unzählige Projekte, wie z.B. das Projekt „Partnership for the Heart“, bei der Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz telemedizinisch betreut werden. Sollte die Zeit irgendwann mal nicht mehr alle Wunden heilen, kann bei Verbrennungen z.B. Haut aus der Sprayflasche Anwendung finden. Auch in der Medizin wird also fast nichts mehr beim alten bleiben.

Bürgerdialog

Allerdings sind mit modernen Technologien neben vielen Chancen auch Risiken verbunden. Und aufgrund ihrer Komplexität sind sie für viele Menschen, die von Auswirkungen – im Positiven wie im Negativen – betroffen sind, nur schwer verständlich.

Erforderlich ist deshalb auch eine offene, sachliche und verständliche Debatte über Nutzen und mögliche Risiken von Zukunftstechnologien. Deshalb führt das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden vier Jahren eine Reihe von Bürgerdialogen über Zukunftstechnologien durch.

Die Bürgerdialoge sind ein Ort, an dem Bürgerinnen und Bürger

  • sich über zukunftsgestaltende Forschung informieren,
  • sich im offenen Austausch mit Expertinnen und Experten eine fundierte Meinung bilden,
  • auf Augenhöhe mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Politik diskutieren,
  • Empfehlungen für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft formulieren.

Die Bürgerdialoge sind ein Forum für den offenen Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik. Wir, die Bürgerinnen und Bürger bekommen die Möglichkeit, uns in den Beratungsprozess mit einzubringen – und das sowohl virtuell wie auch in der realen Welt.

Dafür stehen Live-Veranstaltungen, wie Bürgerkonferenzen und BürgergipfelnOnline-Konsultationen oder digitalen Themensammlungen zur Verfügung. Ebenso bringen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Forschung und Praxis sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessengruppen ihre Expertise, ihre Meinungen und Erwartungen in die Dialoge ein.

Am Ende eines jeden Bürgerdialogs steht ein Bürger-Report. Er zeigt, wo in den Augen der Bürgerinnen und Bürger Chancen und Herausforderungen sowie relevante Handlungsfelder und Fragestellungen zu Zukunftstechnologien liegen. Die Ergebnisse des Bürger-Reports finden Eingang in politische Entscheidungsprozesse.

Online-Phase

Online-Konsultationen werden demnächst auf der Plattform http://www.buergerdialog-bmbf.de/ stattfinden.

„Technologien werden sich am Markt nur dann etablieren, wenn sie zum einen ausgereift und marktfähig sind, zum anderen aber gesellschaftlich etabliert sind. Deshalb soll im ersten Schritt ein möglichst breites Meinungsbild der Öffentlichkeit eingefangen werden. Experten werden z.B. Beiträge zur Telemedizin, zu neuronalen Implantaten oder den Technologien in der Intensivmedizin einstellen und mit den Bürgern online diskutieren. Jeder ist angehalten, sich aktiv in die Diskussion mit einzubringen. Erreeicht sollen nicht nur die Heavy Internet User. Über eine klassische PR-Kampagne sollen auch die Menschen erreicht werden, die das Internet eher zurückhaltend nutzen. Dies wurde auch bei der Usability der Plattform berücksichtigt, die so einfach wie möglich gehalten wird. Später werden auch soziale Netzwerke wie, Facebook, Twitter, StudiVZ und Youtube zum Dialog genutzt werden.“ so Maik Bohne, der Teamleiter-Online der Kommunikation- und Strategieberatung IFOK.

Offline-Phase

Aus den Ergebnissen der Online-Abfrage werden Themenbriefe erstellt, die in die Bürgerkonferenzen eingehen werden. Auf insgesamt 16 Bürgerkonferenzen können die Bürger mit den Experten, die den fachlichen Input liefern werden, am runden Tisch diskutieren und ihre Meinung und Sichtweisen einbringen. Die Auftraktveranstaltung, bei der auch Fr. Prof. Dr. Annette Schavan, MdP, anwesend sein wird, findet am 07. Mai 2011 statt. Die Ergebnisse der Bürgerkonferenzen wiederum werden durch die Experten fachlich validiert und werden im Herbst auf dem Bürgergipfel diskutiert werden. Nach einer erneuten fachlichen Validierung wird dann der Bürgerreport erstellt und der Politik zur Verfügung gestellt werden.

Der erste Dialog  zum Thema „Hightech-Medizin“ – in thematischer Anlehnung an das Wissenschaftsjahr 2011 „Forschung für unsere Gesundheit“ startet am 01. März 2011 . Ich freue mich, dass ich diesen Dialog begleiten darf!

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Quellen: