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Die Medicine 2.0 ist ein international ausgerichteter Kongress für Social Media und Web 2.0-Anwendungen in Medizin, Gesundheit, im Gesundheitswesen allgemein und in der Biomedizinischen Forschung. Jenseits des Health 2.0-Hypes wird sich auf einem akademischen Niveau mit dem Thema auseinandergesetzt. Initiiert wurde die Medicine 2.0 vor zwei Jahren von Prof. Dr. Gunther Eysenbach (University of Toronto/ Center for Global E-Health Innovation).  Vom 29. – 30.11.2010 hat in Maastricht die 3. Konferenz dieser Art stattgefunden.

Aber was genau kann man unter Medizin 2.0 verstehen?

Im Prinzip geht es um eine neue Art von Medizin, in der Web 2.0-Tools oder Web 2.0-Denken eine entscheidende Rolle spielen und dabei unterstützen können,

  • den Umgang mit Ressourcen (Zeit, Geld, …) sinnvoll zu gestalten
  • einen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu initiieren
  • Wissen zu generieren
  • Zusammenarbeit mit allen Anspruchsgruppen (Healthcare professional, Patienten, Technologieunternehmen, Krankenversicherungen, etc.) zu unterstützen
  • effizient zu kommunizieren
  • aktiv zu partizipieren
  • die Medizin zu verändern.

Dabei geht es nicht nur darum, die Potenziale von neuen Technologien im Healthcare Sektor zu erkennen, sondern sie auch zu realisieren. Das Potenzial der Nutzung des Internets und anderer elektronischer Medien in der Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung scheint vielversprechend. Gründe dafür sind zum einen die hohe Reichweite, die schnelle Informationsübertragung und die geringeren Kosten. Allerdings müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden. Gerade ältere Menschen, für die diese Informationen wichtig sind, haben häufig einen geringeren Zugang zum Internet. Eine weitere Herausforderung besteht in den unterschiedlichen Bildungsniveaus der Nutzer. Die Frage ist und bleibt vorerst, ob e-Health zu einer Erhöhung oder Verringerung der Sozialen Ungleichheit führt. Auch gibt es noch wenig belastbares Datenmaterial, welches den Nutzen von e-Learning-Angeboten und computer-basierten Interventionen belegt.

Die Konferenz widmete sich unterschiedlichen Fragestellungen.

  • Wie können innovative Tools und Methoden so verwendet werden, um Wissen sowohl für  Healthcare Professionals wie auch für Patienten zu generieren
  • Wie können die heterogenen Netzwerke im Gesundheitswesen, also die klassischen 1.0 und die neuen 2.0 – Gesundheitsmedien sinnvoll kombiniert werden?
  • Welche Wege müssen eingeschlagen werden, die unterschiedlichen Akteure im Gesundheitswesen so gut wie möglich zu vernetzen?

Als wissenschaftliche Grundlage für die Diskussion wurden etliche internationale Projekt, Studien und Meta-Studien vorgestellt, so z.B.

  • In welchen Zusammenhängen Patienten das Internet als Informationsquelle nutzen
  • Der tatsächliche Nutzen von ehealth-Applikationen
  • Impakt of eHealth auf Patienten
  • Video-Beratung von Paraplegics
  • Fragen der Identität und Befugnisse in einer Online-Diabetes Community
  • Internet-Therapie vs. Internet-Selbsthilfe vs. keine Therapie für Personen mit einem als problematisch zu sehenden  Alkoholkonsum
  • Online-Erfahrungsaustausch von älteren Personen, die in einem Pflegheim leben
  • Medizinische Erstversorgung via Twitter
  • Patienten Wikis für die Einbindung von Patienten in Klinische Guidlines
  • Online-Collaboration von klinischen Mobilgerät-Applikationen (iPhone zu Android)

Ich fand die Vorträge und Diskussionen sehr spannend und inspirierend. Auch hatte ich die Möglichkeit, mich mit Menschen zu treffen, die ich bisher nur in meiner Timeline gelesen habe. Es ist ja inzwischen üblich, dass bei Veranstaltungen dieser Art parallel ein Twitter- und ein Livestream zur Verfügung gestellt werden. Aber Live ist es doch etwas völlig anderes.